Eigentlich ist es eine klare Entscheidung. Etwas Unvereinbares.
Entweder Musikant oder Sportler. Man ist Musikant, eben weil man
kein Sportler ist. Und stolz darauf. Ausnahmen wie die ehemals
schnällschte Gondischwiuerin Tina oder der Nachwuchs-Leichtathlet
Michi bestätigen bloss die Regel. Und nun will die Musig also allen
Ernstes an einem sportlichen Anlass teilnehmen? Nein, allen Ernstes
nicht...
Entstanden ist die Idee, wie so viele zündende Ideen, zu später
Stunde auf dem Heimweg vom geselligen Teil der Probe. Der STV
Gontenschwil veranstaltete zum nunmehr 12. Mal eine
n Power-Duathlon, und
in diesem Rahmen zum ersten Mal einen Vereins- und Firmenwettkampf.
Nun muss man wissen, dass uns die STV-Girls beispielsweise vor zwei
Jahren zum "Candyman" mit einer Choreographie ausgeholfen haben,
und am Freitag an unserem Jubiläumsfest im Einsatz standen, obwohl
am Samstag und Sonntag das Turnfest wartete. Da erschien dieser
Wettkampf als ideale Gelegenheit, um uns zu revanchieren und Danke
zu sagen. Ursprünglich war jedoch die Rede vom nächsten Jahr, um
den (bis auf die genannten Ausnahmen) völlig unsportlichen
Musikanten Gelegenheit zu geben, in Form zu kommen. Bis, ja bis der
Präsi entdeckte, dass die Anmeldefrist noch nicht abgelaufen
war.
Nun spielten sich fast unglaubliche Szenen ab: Die fünf benötigten
Teilnehmer (3x1km Laufen & 2x1.5km Biken) waren im Nu gefunden,
es hätten sich sogar noch mehr Musikanten zur Verfügung gestellt.
Und plötzlich versuchte man sich, in der Anzahl der Trainings zu
überbieten, nach der Probe wurde über Lauftechniken diskutiert, ja,
ein ganz Eifriger joggte sogar in die Beiz. Der Ehrgeiz war also
geweckt und gewisse Ambitionen nicht abzustreiten. Nun war aber
auch klar, dass wir unserem Ruf gerecht werden und den Anlass auf
unsere Art auflockern wollten. Überhaupt hatten wir die
Vereinskategorie im Geiste eines Grümpelturniers aufgefasst. Am
Start, notabene als einziger Dorfverein (das Agility-Team "High
Flyers" ist gemäss Reglement in Menziken gemeldet), mussten wir
dann feststellen, dass wir die Einzigen mit dieser Auffassung
waren. Und spätestens, als die Startläufer abzischten, als gäbe es
kein Morgen, sahen wir unsere kleinen Hoffnungen begraben. Auch die
eigentlich perfekte Strategie, mit Michi als Schlussläufer das Feld
von Hinten aufzurollen, funkioniert leider nicht, wenn es kein Feld
mehr gibt. Und die Glücksfee bei der anschliessenden Preisverlosung
war ebenfalls nicht auf unserer Seite.
Dies alles tat dem Spass jedoch nicht im Geringsten einen Abbruch.
Schon mit unserem Schotten-Outfit hatten wir die Sympathien von
Publikum und Veranstalter auf unserer Seite, und spätestens nach
der ersten Dudelsack-Einlage von Dänu konnten wir uns mit Fug und
Recht Sieger der Herzen nennen. Die fürsorgliche Betreuung durch
Verpflegungsposten Didi, der von Wasser über Zaubertrank bis hin zu
Niedrig- und Hochprozentigem alles im Angebot hatte, tat ein
Übriges. Und so endete der gelungene Einsatz ganz unsportlich, aber
Musig-typisch bei Pizza und Bier an der Bar. Als sich dann eine
Gruppe nach drei Stunden und einer kleinen Odyssee nochmals dort
einfand, waren die Dämme endgültig gebrochen.
Wir danken den Sportlern Hucki, Tina, Michi, Heiner und Hüendli,
Alleinunterhalter Dänu, "Obelix" Didi sowie den treuen Fans
Hansruedi und Käthi herzlich für ihren Einsatz. Und last but not
least dem STV für diesen tollen Anlass, bis zum nächsten Jahr mit
Kostümpreis und hoffentlich etwas mehr Vereinen! Zeit genug zum
Trainieren hätten wir nun ja.
Weitere Bilder auf der Webseite des STV